Abgabenordnung | Verspätungszuschlag trotz Flutkatastrophe und Unkenntnis rechtmäßig
Wer seine Einkommensteuererklärung deutlich zu spät abgibt, muss zwingend einen Verspätungszuschlag zahlen, ohne Rücksicht darauf, ob die Verspätung entschuldbar war. Das bestätigt ein neues Urteil des Finanzgerichts Köln vom 22.04.2026 (Az. 12 K 72/25). Sachverhalt: Ein Arbeitnehmer erhielt im Jahr 2020 neben seinem regulären Lohn auch Lohnersatzleistungen (z. B. Kurzarbeitergeld).…
Lohnsteuer | Änderung bei der steuerlichen Behandlung von außerordentlichen Einkünften ab dem VZ 2025 (FinMin)
Außerordentliche Einkünfte, wie z.B. Abfindungen oder Arbeitslohn für mehrere Jahre, die unter die Tarifermäßigung nach § 34 EStG fallen, werden ab dem VZ 2025 nicht mehr im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt. Hierauf macht das Thüringer Finanzministerium aufmerksam. Hintergrund: Außerordentliche Einkünfte können gem. § 34 Abs. 1 und 2 EStG nach der sog.…
Einkommensteuer | Haushaltsnahe Dienstleistungen: Keine Steuerermäßigung für Müllabfuhr und Abwasserentsorgung
Die Frage, ob Aufwendungen für Müllabfuhr und Abwasserbeseitigung als haushaltnahe Dienstleistungen nach § 35a Abs. 2 EStG steuermindernd zu berücksichtigen sind, muss der Bundesfinanzhof (BFH) entscheiden. Nach einer Entscheidung des Finanzgerichts Münster (FG) vom fallen Müllentsorgungs- und Abwassergebühren nicht unter die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen. Im Streitfall hatte die Klägerin…
Einkommensteuer: Abzug von Erhaltungsaufwendungen i. S. von § 82b EStDV (BFH)
Hat der Steuerpflichtige größere Erhaltungsaufwendungen nach § 82b EStDV auf mehrere Jahre verteilt und verstirbt er innerhalb des Verteilungszeitraums, ist der noch nicht berücksichtigte Teil der Erhaltungsaufwendungen im Veranlagungsjahr des Versterbens als Werbungskosten im Rahmen seiner Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung abzusetzen (entgegen R 21.1 Abs. 6 Sätze 2 und…
Einkommensteuer: Befreiung von der Pflicht zur elektronischen Übermittlung (BFH)
Die Verpflichtung zur Abgabe der Einkommensteuererklärung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung gem. § 25 Abs. 4 Satz 1 EStG ist wirtschaftlich unzumutbar, wenn der finanzielle Aufwand für die Einrichtung und Aufrechterhaltung einer Datenfernübertragungsmöglichkeit in keinem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis zu den Einkünften nach § 2 Abs. 1 Satz 1 Nrn.…
Einkommensteuer: Sky-Bundesliga-Abo als Werbungskosten
In den letzten Wochen war es bereits in den Medien zu lesen: die Aufwendungen eines Fußballtrainers für ein Sky-Bundesliga-Abo können Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit sein, wenn tatsächlich eine berufliche Verwendung vorliegt. So hat es der 6.Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) in einem aktuell veröffentlichten Urteil entschieden und damit…
Aufwendungen für nicht anerkannte Heilmethoden als außergewöhnliche Belastungen
Die Vorlage eines knappen amtsärztlichen Attests kann ausreichen, um Aufwendungen für wissenschaftlich nicht anerkannte Heilmethoden als außergewöhnliche Belastung abzuziehen. Dies hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG) entschieden. Nach § 33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) wird im Falle, dass einem Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommens- und…
Einkommensteuer: Abzugsfähigkeit von Schulgeldzahlungen
In einem aktuell veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhof (BFH) wurde entschieden, dass der Sonderausgabenabzug für Schulgeld beim Besuch von Privatschulen nicht voraussetzt, dass die zuständige Schulbehörde in einem Grundlagenbescheid bescheinigt, dass die Privatschule ordnungsgemäß auf einen anerkannten Schul- oder Berufsabschluss vorbereitet. Führt eine Privatschule nicht zu einem anerkannten Schul- oder Berufsabschluss,…
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