Einkommensteuer | Greift § 23 EStG auch bei der Zwangsversteigerung einer Eigentumswohnung?
Das FG Niedersachsen (7.12.23, 10 K 239/20; Rev. BFH VIII R 25/24 ) hatte bereits vor einiger Zeit entschieden, dass auch der „nicht ganz freiwillige“ Verlust einer Immobilie im Wege der Zwangsversteigerung ‒ anders als bei einer Enteignung ‒ den Begriff des „Veräußerungsgeschäfts“ in § 23 Abs. 1 S. 1…
Umsatzsteuer | Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheine
Bei einem Einzweckgutschein fällt die Umsatzsteuer bereits an, wenn er ausgegeben wird. Wird die mit dem Gutschein eingelöste Leistung dann erbracht, ist diese umsatzsteuerlich nicht mehr zu erfassen. Bei einem Mehrzweckgutschein ist es genau umgekehrt. Ein Einzweckgutschein liegt vor, wenn bei seiner Ausgabe der Leistungsort und die dafür geschuldete Umsatzsteuer…
Einkommensteuer | Voraussetzungen für Option zum Teileinkünfteverfahren
Unter bestimmten Voraussetzungen können Anteilseigner von im Privatvermögen gehaltenen Kapitalgesellschaften alternativ zur Abgeltungsteuer auch die Anwendung des Teileinkünfteverfahrens (mit der Möglichkeit eines (anteiligen, nämlich 60%igen) Werbungskostenabzugs) beantragen. Das betrifft zum einen Beteiligungen von mehr als 25 % (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. a EStG) oder von…
Umsatzsteuer | Nachweis der Unternehmereigenschaft im "Reverse Charge"
Sonstige Leistungen, die ein nicht im Inland ansässiger Unternehmer an einen im Inland ansässigen Unternehmer, den Leistungsempfänger, erbringt, hat nicht der leistende Unternehmer zu versteuern, sondern der Leistungsempfänger (sog. umgekehrte Steuerschuldnerschaft, § 13b Abs. 5 UStG). Ist der im Inland ansässige Leistungsempfänger dagegen kein Unternehmer, hat der leistende Unternehmer die…
Steuererklärungen: Wann dürfen Vereine noch Papierformulare nutzen?
Die Steuererklärungen per ELSTER einzureichen, ist heute der verpflichtende Regelfall. Die Steuergesetze sehen aber Ausnahmen vor, die auch für Vereine gelten können. Ein Schreiben der Berliner Finanzverwaltung vom 12.11.2024 klärt die Vorgaben dafür. Ob die Finanzbehörde auf Antrag auf die elektronische Übermittlung von Erklärungen verzichten kann, regeln die Einzelsteuergesetze (§…
Einkommensteuer | VIP-Logen und pauschalierte Einkommensteuer
Für betrieblich veranlasste Sachzuwendungen gegenüber Geschäftspartnern, die zusätzlich zur ohnehin vereinbarten Leistung oder Gegenleistung erbracht werden, kann nach § 37b Abs. 1 EStG die Einkommensteuer mit einem Pauschsteuersatz von 30 % erhoben werden. Diese Möglichkeit besteht auch für Arbeitnehmer des Unternehmens, soweit die Zuwendungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht…
Einkommensteuer | Pauschalierung bei Betriebsveranstaltungen
Seit 2015 ist der Begriff der Betriebsveranstaltung in § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1a Satz 1 EStG gesetzlich definiert als Veranstaltung auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter. Diese Definition gilt laut BFH auch für die Inanspruchnahme der Lohnsteuerpauschalierung nach § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 EStG…
E-Autos | Dienstwagenbesteuerung
Nach der 1%-Regelung des § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 3 EStG ist für die Bewertung der privaten Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs, das keine CO2-Emissionen hat (reine Elektrofahrzeuge, inklusive Brennstoffzellenfahrzeuge) und entsprechend für die Bewertung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung von Dienstwagen ohne CO2-Emissionen (§…
Einkommensteuer | Befristete degressive AfA für Wohngebäude
Für in einem EU-/EWR-Staat belegene Wohngebäude, mit deren Herstellung nach dem 30.9.2023 und vor dem 1.10.2029 begonnen wurde oder deren Anschaffung auf Grund eines im vorgenannten Zeitraum rechtswirksam abgeschlossenen obligatorischen Vertrags erfolgt, wurde mit dem Wachstumschancengesetz v. 27.3.2024 (BGBl 2024 I Nr. 108) die Möglichkeit einer degressiven Gebäude-AfA (§ 7…
Abgabenordnung | Bekanntgabefiktion von Verwaltungsakten: Jetzt erst nach 4 Tagen
Gut zu wissen: Seit dem 1. Januar 2025 greift die Zugangsvermutung für Verwaltungsakte, die schriftlich per Post übermittelt werden, erst nach vier Tagen. Grund sind neue Anforderungen an die Post. Bislang galt eine Frist von drei Tagen, nach der ein Verwaltungsakt als bekanntgegeben galt (§ 124 AO). Grundlage der Änderung…
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